Der 1. FC Union verlor 1:4 gegen den FC Bayern München, doch 17.083 Zuschauer waren im Stadion An der Alten Försterei. Das Eröffnungsspiel der neuen Bundesliga-Frauen-Saison endete mit einem klaren Sieg für die Double-Gewinner, doch Union ließ sich nicht unterkriegen und zeigte eine beeindruckende Leistung, die auch den Bayern Trainer José Barcala beeindruckte.

Ein starkes Publikum

Mehr als 100.000 Fans waren in der vergangenen Saison zu den Heimspielen des 1. FC Union gekommen, eine Kulisse wie an diesem Freitagabend hatten die Berlinerinnen in der Frauen-Bundesliga noch nicht erlebt. „So eine Gänsehaut hatte ich noch nie beim Einlaufen in ein Stadion“, sagte Unions Samantha Steuerwald. Die Atmosphäre war laut, die Rot-Weiß-Trikots füllten die Bahn, und die Fans sangen mit, als ob sie ein eigenes Team hätten.

Spielverlauf

Die Union startete gut, doch der frühe Pass von Neuzugang Lisanne Gräwe ließ Eileen Campbell die gegnerische Abwehr überlisten und ein potenzielles Tor verfehlen. Bayern zeigte optische Überlegenheit, doch die Berlinerinnen hielten stand. Erst kurz vor dem Strafraum wurde ein Foul von Samantha Steuerwald begangen, worauf Klara Bühl den Ball rechts oben ins Berliner Tor schoss. Zwei Minuten nach dem Seitenwechsel erzielte Pernille Harder ein 2:0, doch Glodis Viggosdottir erhöhte nach einer Ecke und setzte das Spiel 3:0. Union ließ sich nicht unterkriegen und brachte durch Nele Bauereisen und Naika Reissner ein 1:3. Der Schlusspunkt setzte jedoch Bayerns Sophie Proost mit einer schönen Einzelleistung.

„Aus dem Spiel hatten wir die besseren Chancen, aber die Standards haben uns heute gekillt“, sagte Steuerwald. Marie-Louise Eta, die Trainerin von Union, äußerte sich nach dem Debüt: „4:1 ist sehr deutlich und das ärgert uns, aber wir haben phasenweise gezeigt, dass wir die Bayern ärgern können.“

Ausblick

Bayern Trainer José Barcala lobte die Entwicklung der Köpenickerinnen: „Sie haben eine klare Vision und wissen, wo sie hinwollen. Das ist vorbildlich. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis Union ein echter Konkurrent für unseren Klub werde.“ Die Investitionen in Kader und Infrastruktur haben den Sprung von der Regionalliga zu einem hochgehandelten Team ermöglicht. Union kann nun auf ein starkes Fundament bauen und hat das Potenzial, in den kommenden Spielen die Bundesliga zu dominieren.

Die Saison hat mit einem eindrucksvollen Auftakt begonnen, der zeigt, dass Union trotz eines deutlichen Rückschlags eine ernsthafte Bedrohung für die etablierten Teams darstellt.