Der Stadionausbau von Union Berlin verzögert sich um ein komplettes Jahr. Der Bundesligist muss seine Männer-Mannschaft nun für zwei Spielzeiten, von 2028/29 bis 2029/30, im Berliner Olympiastadion unterbringen, wie der Sportschau am Mittwoch berichtete. Ursprünglich war nur ein einjähriger Umzug ab Sommer 2027 geplant. Die Verzögerung entsteht durch administrative Hürden, insbesondere die Verschiebung von Baumfällarbeiten in den November hinein. Der Verein plant, die Kapazität der Alten Försterei zu erweitern. Die Kosten für dieses Projekt, das als Lebensgrundlage für die Wettbewerbsfähigkeit des Klubs gilt, werden auf 190 Millionen Euro geschätzt. Union Berlin startete in die Saison mit einem Unentschieden und liegt aktuell mit einem Punkt auf Platz 9 der Bundesliga-Tabelle.

Warum verzögert sich der Bau so stark?

Präsident Dirk Zingler kritisierte die übermäßige Bürokratie und die Vielzahl der Genehmigungsanforderungen scharf. Er verwies auf Vorgaben des Artenschutzes, die für jedes entfernte Baum-Nest drei Ersatznester vorschreiben. Um mögliche Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, will der Klub diese Anforderungen sogar übertreffen. "Ich hänge lieber 30 Nistkästen mehr auf, als zehn zu wenig", sagte Zingler wörtlich. Der 62-Jährige äußerte grundsätzliche Kritik an den deutschen Verfahren. "Wir sind kompliziert und wir behindern uns selbst am Erfolg in unserem Land. Und das ist letzten Endes in unserer Stadt nicht anders", so der Vereinschef.

Was bedeutet der Umzug für die Teams?

Die Männer von Union Berlin werden ihre Heimspiele für die Saisons 2028/29 und 2029/30 im Olympiastadion austragen. Für die Frauenmannschaft steht der temporäre Spielort während der Bauphase dagegen noch nicht fest. Eine Entscheidung wird innerhalb der nächsten sechs bis acht Wochen erwartet. Fest steht laut Bericht, dass das Frauen-Team nicht im Olympiastadion spielen wird. Die aktuelle Saison absolviert Union mit einer ausgeglichenen Torbilanz von drei erzielten und drei kassierten Treffern. Im aktuellen Kader müssen die Spieler nun mit der langfristigen Planung umgehen.

Warum ist der Ausbau für Union so wichtig?

Die wirtschaftliche Notwendigkeit des Projekts ist für den Klub enorm. Union Berlin hat derzeit das niedrigste Einnahmen-pro-Ticket-Verhältnis der Liga. Grund ist die begrenzte Kapazität der Alten Försterei. Der geplante Ausbau soll diese finanzielle Lücke schließen und die Grundlage für langfristige sportliche Ambitionen in der Bundesliga sichern. Der Verein will damit Schritt halten können.

Wie geht es sportlich weiter?

Aktuell konzentriert sich das Team auf die laufende Spielzeit. Mit einem Punkt aus einem Spiel liegt man in der Tabelle auf dem neunten Rang und hat zwei Punkte Rückstand auf den Tabellenführer Bayern München. Der nächste wichtige Termin im Kalender ist das Heimspiel gegen den Drittplatzierten RB Leipzig am 21. November 2026. Alle anstehenden Partien sind auf der Spielplan-Seite des Vereins zu finden. Die langfristige Stadionfrage wird die Planungen der kommenden Jahre maßgeblich prägen.